Forschungsprojekt zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen in Schulen

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Forschungsprojekt zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen in Schulen

Gemeinsam mit der Verbraucherzentrale NRW und der Vernetzungsstelle Schulver-pflegung NRW hat United Against Waste (UAW) das Forschungsprojekt „REFOWAS“ (REduce FOod WASte) fachlich begleitet und mit praxisorientierten Maßnahmen – wie Fachgesprächen und dem Coaching von Küchen – das Ziel einer abfallarmen Schul-verpflegung unterstützt.

Eine Reduce Food Waste-Aktion, Foto: United Against Waste

Nun liegen erste Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt vor. Dezidierte Messungen und Analysen von Speiseresten an elf Ganztagsschulen ergeben, dass rund ein Viertel der pro-duzierten Schulessen entsorgt wird. Hochgerechnet auf alle deutschen Ganztagsschulen entspricht dies 29.000 Tonnen Lebensmittelabfälle pro Jahr – das macht 22 Kilogramm pro Ganztagsschüler. Monetär summieren sich diese Abfälle auf fast 57,8 Millionen Euro Wert-verlust. Und diese Entwicklung wird durch den Ausbau der Ganztagsschulen weitergehen. Durch Maßnahmen der Abfallvermeidung im Küchenprozess und Engagement von Schullei-tungen, Caterern, Schulküchen und Schülern können diese Abfälle spürbar verringert wer-den. In vielen Schulen wird die Schulküche beziehungsweise der Caterer jedoch nur als Dienstleister mit Versorgungsauftrag, nicht aber als Teil des Schullebens wahrgenommen.

„Es gibt zahlreiche Stellschrauben, die die Menge der Lebensmittelabfälle in Schulen beein-flussen. Kommunikation, Organisation und bedarfsgerechte Planung spielen eine vielfach unterschätze Rolle“, so Torsten von Borstel, Geschäftsführer UAW. Die Begleitung der Schulküchen und Verpflegungsanbieter sowie die Ergebnisse aus Fachgesprächen zeigen: Die Abfallquote hängt stark von der Einstellung, Motivation und dem Engagement der Akteu-re – Schulleitung, Träger, Lehrer, Eltern, Verpflegungsanbieter, Schüler – in den Ganztags-schulen ab. „Um Lebensmittelabfälle in der Schulverpflegung spürbar zu reduzieren, sind vor allem schulspezifische Maßnahmen und eine intensive Mitarbeit der Schulakteure notwendig, so Frank Waskow von der Verbraucherzentrale NRW und Leiter dieses Teilprojektes.

Maßnahmen erfordern geringe Investition
Abfallmessungen sind die grundlegende Voraussetzung zur Orientierung, wie viele Speisereste und welche Komponenten am Ende des Verpflegungstages entsorgt werden – und sie legen erste Ursachen offen. Abfallanalysen und Maßnahmen gegen Lebensmittelabfälle erfordern zunächst Aufwand und zusätzliche Kommunikation sowie eine Anpassung des Küchen- und Ausgabemanagements. Diese Aufgaben sollen jedoch als selbstverständliche Routine in die Arbeitsprozesse der Schulküchen und Caterer integriert werden. Laut Waskow ist es wichtig, alle Beteiligten für eine abfallarme Schulverpflegung zu motivieren: „Eingesparte Kosten können dann in eine höherwertige Schulverpflegung inves-tiert werden.“ Denn: Eine nachhaltige Schulverpflegung entsprechend den Qualitätsstandards hat ihren Preis.

Die Messungen und Analysen an den Schulen zeigen auch: Viele Maßnahmen gegen Le-bensmittelabfälle erfordern nur geringe oder gar keine Investition und können unmittelbar in den Arbeitsablauf integriert werden. Von Borstel weiß, dass man schon mit einfachen Maß-nahmen viel erreichen und Kosten einsparen kann: „Darum müssen wir als Verein noch mehr Aufklärungsarbeit leisten und alle am Prozess Beteiligten mit auf die Reise nehmen.“ Ziel der Zusammenarbeit von UAW und der Verbraucherzentrale NRW ist es, Instrumente für Schulküchen und Caterer in ganz Deutschland zur Verfügung zu stellen – damit Messungen, Abfallanalysen und das Coaching für eine abfallarme Schulverpflegung zum Standard werden.